Geschichte

Der Baustoff Beton

Die Kenntnisse und das Wissen um die frühgeschichtlichen Bindemittel, einer Mischung aus Kalk, Ziegelmehl oder Puzzolanerde, reichen sehr weit zurück. So benutzten Handwerker im Osten der heutigen Türkei schon vor 14.000 Jahren – in Europa herrschte noch die Eiszeit – Mörtel (lateinisch Mortarium) als Bindemittel, um Ziegelsteine zu mauern. Der Mörtel bestand aus gebranntem Kalk. Die Phönizier vermischten den Mörtel vor 3.000 Jahren mit vulkanischem Gestein. Sie schufen damit ein Material, das sogar unter Wasser aushärtete.

Über die Griechen gelangten diese Erkenntnisse und Techniken ungefähr im 3. Jahrhundert v. Chr. nach Italien, dem damaligen Römischen Reich. Das Herstellen druckfester Bauteile aus wasserbeständigem Mörtel und Steinbrocken, zusammen in einer Schalung erhärtet, erlebte dann im 1. Jahrhundert n.Chr. seinen Durchbruch und wurde zum Maßstab der späten römisch-kaiserlichen Architektur. Der Römische Beton, heute auch als »Opus Caementitium« bezeichnet, war geboren. In ganz Europa entstanden in dieser Zeit phantastische und monumentale Bauwerke, die auch nach fast 2.000 Jahren immer noch zu bestaunen sind: Tempel, Theater, Zisternen, Aquädukte, Abwasseranlagen, Thermen, Straßen, Hafenanlagen, Brücken, Tunnel und Wohnhäuser.

Über das Mittelalter hinaus in Vergessenheit geraten und erst um 1700 wiederentdeckt, wurde der Beton durch ständige Weiterentwicklungen und Verbesserungen zu dem Baustoff unserer Zeit.

Beton wird oft als „Baustoff des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet – dass er auch das Potenzial zum Baustoff des 21. Jahrhunderts hat, beweisen zahlreiche betontechnologische Innovationen. Die Zeiten, als Beton noch ein einfaches 3-Stoff-Gemisch aus Zement, Wasser und Zuschlag war, sind vorbei - High-Tech-Beton ist heute ein 6-Stoff-System aus Zement, Gesteinskörnung, Wasser, Zusatzmittel, Zusatzstoffen und Luft.

Beton ermöglicht nachhaltiges Bauen

Durch intelligentes Variieren und Modifizieren dieser Bestandteile kann Beton ganz neue Verarbeitungs- und Nutzungseigenschaften gewinnen. Zum Beispiel als Beton, der nicht mehr durch Rütteln verdichtet werden muss, als hochfester oder ultrahochfester Beton, als säureresistentes Baumaterial, als Faserbeton mit Zusatz von Stahl- oder Glasfasern, als Leichtbeton oder selbstreinigender Beton.

Beton ist ein Baustoff, der auf unterschiedlichsten Ebenen nachhaltiges Bauen möglich macht. Das beginnt bei den Ausgangsstoffen: Beton besteht aus den natürlichen Rohstoffen Wasser, Sand und Kies. Gemischt mit Zement ergeben sie Beton. Sie werden lokal auf kurzen Transportwegen beschafft. Bei der Herstellung in den Betonwerken kommen heute ressourcenschonende und energieeffiziente Techniken zum Einsatz – wann immer sinnvoll, werden dafür Sekundärrohstoffe aus dem Recycling genutzt. Darüber hinaus bietet der Baustoff Beton viele Nachhaltigkeitsaspekte beim Verbauen: Der Einsatz von Betonfertigteilen und selbstverdichtendem Beton reduziert Lärm auf der Baustelle und sorgt für schnelle Baufortschritte.

Dauerhaft und wertbeständig

Insbesondere in den eigenen vier Wänden spielen die Themen Dauerhaftigkeit und Sicherheit eine große Rolle. Denn wer mit Unsicherheit in die Zukunft blickt, der wird sich in der Gegenwart nicht wohl fühlen können. Für immer mehr Menschen sind die eigenen vier Wände ein wichtiger Bestandteil einer soliden Altersvorsorge und der Zukunftssicherung für die nachwachsende Generation.

Beruhigend, wenn man dann auf massive Bauwerke aus Beton vertrauen kann, denn sie sind auf eine lange Lebensdauer angelegt und behalten ihren Wert: Experten kalkulieren für Häuser aus Beton eine durchschnittliche Nutzungsdauer von 80 Jahren. Gebäude aus Beton, die vor über hundert Jahren errichtet wurden, werden noch heute genutzt. Wer ein Gebäude aus Beton baut, baut also robust und dauerhaft.

Noch mehr wissenswertes über Beton...

Finden Sie auf der Internetseite des IZB - InformationsZentrum Beton

www.beton.org